Drahtreusen Text: Falle Drei, zu wenig essen um abzunehmen

Abnehmlösung Fallen erkennen Teil 2

Schwer zu erkennende Fallen beim Abnehmen

Im letzten Artikel ging es um Fallen beim Abnehmen und zwei dieser „Fallen“ in die Ihr tappen könnt (zwischendurch essen und falsche Getränke), habe ich euch (Hier) im Beitrag beschrieben. Weil es noch weitere Fallen gibt in die wir alle tappen, habe ich mir heute die verbreitete Lüge: „zu wenig essen um abzunehmen“ vorgenommen.


 
Es geht uns allen so, dass wir nur Fehler abstellen können, die wir erkannt haben. Auch wenn ihr denkt, „Das weiß ich schon lang“, werden die Fehler oft unterbewusst weitergemacht und erst spät bemerkt. Bewusst vermeiden könnt Ihr sie nur, wenn Ihr sie bemerkt, bevor ihr sie macht. Spätestens aber wenn Ihr dabei seid den alten Gewohnheiten nachzugeben.

Zu wenig Essen?

Es gibt noch weitere „Fallen“, die uns fast täglich begegnen und die Ihr mit Sicherheit auch schon kennt, bzw. davon gehört habt. Das Problem ist nur, dass die meisten erst bemerken was falsch gelaufen ist, wenn sich gesundheitliche Probleme bemerkbar machen.

Vermeidbar ist das, wenn man sich eingesteht, dass man auch mal was falsch machen kann. Die Fallen, die ich euch im heutigen Artikel vorstellen will, sind solche „falschen“ Weisheiten und: Kein Sport? Wenig Essen?
Das klingt sogar schon falsch oder?

Seitdem ich begriffen habe, dass uns alles Mögliche vorgegaukelt wird, informiere ich mich erst näher und umfassender, bevor ich etwas glaube, das auf Verpackungen aufgedruckt ist oder von Gauklern in Videos behauptet wird. „Bewusst“ bekannte Fehler zu vermeiden, ist der einzige Weg den Verführern zu entkommen.

Falle Drei: Zu wenig essen um Abzunehmen

Das ist einer dieser Verführer, der uns vorgaukelt, dass wir „Schnell – schnell“ abnehmen können. Der Unsinn ist weit verbreitet und oft erfolglos. Nicht nur, dass es keinen Spaß macht zu hungern, es ist sogar gefährlich.

Der Stoffwechsel fängt bei Nahrungsknappheit an Muskelmasse zu verdauen, holt sich also seine Energie dort, wo er sie am schnellsten bekommt und das ist nicht euer Speicherfett.

Fastenkuren können für die kurze Zeit schon Erfolge bringen, reinigend wirken und entschlacken, aber man muss nach dieser begrenzten Zeit zu einer ausgewogenen Ernährung zurückkehren um dem Organismus nicht zu schaden.

Fakt ist jedoch, dass es gar nicht daran liegt wie viel Ihr esst, sondern an der Art der Ernährung, also was Ihr esst und wann Ihr esst.

Klar tut sich etwas auf der Waage und vor dem Spiegel, wenn Ihr so gut wie gar nichts mehr esst. Der Erfolg wird jedoch von kurzer Dauer sein, denn euer Körper holt sich, was er braucht, darauf könnt Ihr euch verlassen.
Heißhungerphasen und Fressattacken, von denen die meisten ein Lied singen können beweisen das.


 
Die geringen Nahrungsmengen zwingen euren Stoffwechsel sich umzustellen und alles was Ihr esst, wird umso effektiver verwertet. Das wiederum bedeutet, dass es öfter zu Heißhungerattacken kommt, die eure ganzen Bemühungen zunichtemachen.

Der Jojo-Effekt und die schlechten Zeiten

Zu wenig essen vermittelt eurem Körper außerdem den Eindruck von schlechten Zeiten und für die muss schließlich vorgesorgt werden. Er speichert also noch mehr Energie in den Fettzellen und fängt an „zu Hamstern“.

Der Jojo-Effekt lässt grüßen und kurzfristige Erfolge, die das Hungern gebracht hat, sind schnell verschwunden. Esst Ihr nach einiger Zeit wieder normal, weil solche „Torturen“ niemand lange durchhält, nehmt Ihr sogar viel schneller wieder zu.

Nahrungsentzug zahlt sich also auf lange Sicht nicht aus und schwächt den ganzen Körper. Dieser „Schwäche“ könnt Ihr jedoch mit Fitnesstraining und Sport entgehen, was mich zum nächsten Unsinn kommen lässt, der von einigen propagiert wird, die beim Verkauf ihrer Diätprodukte auf unsere Bequemlichkeit setzen.

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  1. leonie
    leonieAug 30, 2014

    Das liest man immer wieder, dass man nicht mit wenig Energiezufuhr abnehmen kann. Aber stimmt das wirklich? Angenommen Du hast ein Pfündchen Speck auf den Rippen, hast über Nacht natürlich nichts gegessen, dein Blutzuckerspiegel ist im Normalbereich, der Insulinspiegel ist niedrig. Jetzt stehst Du auf und gehst drei Stunden gemütlich spazieren. Was macht dein Körper jetzt? Er baut die Muskeln ab, während er sie benutzt? Das glaub ich einfach nicht. Das sind ideale Bedingungen zur Fettverbrennung.

    Ich hab kürzlich in einem Buch gelesen, dass man langfristig die besten Abnehmerfolge erzielt, wenn man die Kalorienzufuhr ganz drastisch reduziert. Also genau das Gegenteil. Der Autor hat es eben gerade als Mythos bezeichnet, dass man nicht mit geringer Energiezufuhr abnehmen kann. Ich war überrascht, aber fand’s gut.

    Aber das Problem dabei ist ganz sicher, dass man es nicht lange durchhalten kann, zumindest wenn dann mit der Zeit Mineralstoffe, Spurenelemente, was auch immer knapp werden.

    Mir persönlich macht das auch mehr Sinn. Ich stell mir das vor, wie ein Gummiband, das man zerreissen muss: Der Körper bildet sich ein bestimmtes „Sollgewicht“ ein. Und da will er wieder hin. Wenn Du langsam abnimmst, dehnst Du das Gummiband nur und nach der Diät entspannst Du es wieder. Wenn Du schnell abnimmst, zerreisst Du es und dein Körper stellt sich auf ein neues ein.

  2. Steffen
    SteffenAug 30, 2014

    Hallo Leonie,

    Mit der im Artikel genannten Nahrungsknappheit hatte ich längerfristige Knappheit beim Hungern, bzw. Fasten gemeint. Natürlich fängt unser Körper nicht an Muskelmasse abzubauen, wenn Du vor dem Training nichts gegessen hast. Während des Trainings wird ja Muskelmasse aufgebaut und die hilft schließlich dabei, noch mehr Energie zu verbrennen.
    Solange genügend „frische“ Energie aus der Nahrung zur Verfügung steht werden unsere „Pfündchen Speck auf den Rippen“ (schön gesagt) 🙂 auch nicht verschwinden, denn hier gehen die Natur und unser Stoffwechsel, den Weg des geringsten Widerstandes. Es wird erst verarbeitet, was frisch ankommt und die Lagerhallen bleiben zu.

    Hungert man „nur“ und trainiert überhaupt nicht, nimmt man auch ab. Hier wird aber die Muskelmasse auch mit verbrannt. Kraftlos und Dürr geht also auch, macht aber keinen Spaß und schwächt unsere Körper in vielerlei Hinsicht. Deswegen ist „Zu wenig essen um Abzunehmen“ in meinem Beitrag ja auch als Falle beschrieben und nicht als sinnvoller Weg abzunehmen.

    Der Vergleich mit dem Gummiband hat mir gefallen. Was Du meinst, ist wohl der „Setpoint“ und diese Theorie ist auch ein interessanter Ansatz. Nur mit dem Wort „Schnell“ kann ich nicht so viel anfangen, weil es für jeden verschiedene Zeiträume bedeutet. 5 Kilo sind „schnell“ abgenommen, beeinflussen aber dein Gummiband nicht. 20-30 Kilo abzunehmen geht nicht schnell-schnell, aber ich ziehe langsamer und länger, immer weiter an dem Gummiband, dann reißt es auch. 🙂 Die Setpoint Theorie beschäftigt mich auch schon längere Zeit und meinen Artikel darüber kannst Du Hier lesen.

    Der Autor des Buches, das Du gelesen hast verfolgt eine bestimmte Absicht, klar. Klar ist auch, dass eine sinnvolle natürliche Ernährung (also ohne den industriellen Nahrungsmüll), notwendig ist um gesund abzunehmen und eine „sinnvolle“ Muskulatur aufzubauen. Entweder teilt er mit, wie es „seiner Meinung nach“ funktionieren kann oder es geht nur darum das Buch irgendwie zu verkaufen. Er weckt nur die Sehnsüchte mit den passenden Worten, die bei jedem wirken und die kennen wir alle aus der Diätenwerbung. Wie war das gleich?
    „Schnell-schnell“, „über Nacht“, „Abnehmen im Schlaf“, „ohne Training/Sport“, genau das, was die Menschen hören wollen. Das Brett an der dünnsten Stelle zu bohren, hat schon immer funktioniert und füllt die Taschen. 🙂

    Danke für Deinen Kommentar und Viele Grüße

    Steffen

  3. leonie
    leonieAug 30, 2014

    Der Autor des Buches, das ich gelesen habe teilt nicht mit, wie es seiner Meinung nach sein sollte – wie es vielleicht manche tun. Er hat die Eigenart, unzählige wissenschaftliche Publikationen zu lesen und die Ergebnisse in seinen Büchern zu veröffentlichen. Er schreibt übrigens ansonsten Sachen, die Du wohl auch sofort unterschreiben würdest 😉

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