Wenn die Nächte wieder länger werden

So, dass war‘s schon wieder mit dem sowieso immer zu kurzen Sommer, vorbei, außer man hat genügend Reserven um ihm hinterherzufliegen. Der erste Frost kündigt sich an, na prima! Genau das ist die Zeit, in der wir aufpassen müssen, dass uns nicht auch noch eine „Herbstdepression“ erwischt.


 
Es passiert vielen Menschen, dass jetzt die Stimmung sinkt, wenn man sich in dieses „Schlechte Laune Loch“ nach dem Sommer und vor der Vorweihnachtsstimmung fallen lässt.
Dann sind die guten Ergebnisse der Fitnessbemühungen in den ersten 8 Monaten des Jahres schnell Geschichte.
Diese scheinbar ständige Dunkelheit, die uns träge, schlapp und etwas traurig macht, begleitet die Menschen schon seit Urzeiten.

Der Unterschied zu damals (und der Grund, warum uns das nicht passieren muss), ist einfach erklärt. Die entbehrungsreichen Zeiten, die der Winter früher mit sich brachte, müssen wir hier nicht mehr durchleben.

Und es gibt einige Wege, wie wir trotz dieser dunklen, kalten Zeit glücklich, gutgelaunt, Fit, gesund und motiviert durch diese etwas unheimliche Zeit kommen.

„Herbstdepression“? Was ist das eigentlich

Mit Erklärungen in Professoren-Deutsch und den ganzen Fremdwörtern können wir wenig anfangen und fragen Sie „sogenannte“ Spezialisten, dann halten die zuerst mal die Hand auf, bevor Sie überhaupt etwas hören.

Okay es gibt bestimmt Leute, die sich gern mit Fremdwörtern „geißeln“ lassen und sogar dafür bezahlen aber ich gehöre nicht dazu und weil ich wissen wollte, was es mit dieser Herbstdepression auf sich hat, habe ich mal etwas recherchiert (ohne gleich ein Studium anzufangen).

Mit Depression werden Antriebshemmungen, Unruhe, Stimmungseinengungen und auch daraus folgende Schlafstörungen bezeichnet/charakterisiert.
Alleine das Lesen der Symptome bewirkt schon, dass man sich nicht wohl fühlt und kann schon welche auslösen (bspw. in der Wikipedia unter Depression).

Es wird auch weniger von einer Herbst,- als von einer Winterdepression gesprochen, weil das Licht dabei eine entscheidende Rolle spielt.

Dunkelheit Melatonin und Herbst-Blues

Weil die Tage wieder kürzer und die Nächte jetzt wieder Länger werden, kommt es durch die zunehmende Dunkelheit im Körper zur erhöhten Bildung des Schlafhormons „Melatonin“. Durch den Lichtmangel wird davon weniger abgebaut und das wirkt störend auf das Gleichgewicht zum Glückshormon „Serotonin“.

Das Glückshormon Serotonin baut das Schlafhormon Melatonin normalerweise ab, ist es aber länger dunkel kann es das nicht so gut, es funktioniert halt mit viel Licht viel besser.

Das ist eine Störung im Hormonhaushalt und der Körper reagiert darauf eben mit dauernder Lustlosigkeit, Trägheit, Müdigkeit, und verlangt zum Ausgleich immer mehr süße Sachen. Dass alles verbindet sich mit dem Drang des Körpers, sich für die kalte Jahreszeit Reserven anzulegen und ist der Grund dafür dass die meisten wieder zunehmen.

Wenn ich auf die letzten Jahre zurückblicke, ging mir das oft genauso, aber kennt man den Grund, kann man ja dagegen angehen, bevor Niedergeschlagenheit, Verstimmung und schlechte Laune dazukommen und der „Herbst-Blues“ uns voll erwischt. Zum Glück ist das keine echte Depression, denn die äußert sich zusätzlich noch mit Appetitlosigkeit und schlechtem Schlaf.

Anfällig für den Herbstblues sind vor allem Menschen, die sonst auch auf Lichtmangel empfindlich reagieren, sensibel sind und zu Verstimmungen neigen.

Kommt dann noch eine andere Form von seelischer Belastung und/oder irgendeine Lebenskrise dazu, kann der Lichtmangel in der Herbstzeit der Tropfen sein, der das Fass zum Überlaufen bringt. Aus der eigentlichen Verstimmung wird eine handfeste Herbst/Winterdepression.

Was kann man dagegen tun?

Da diese „Saisonal Abhängige Depression“ (SAD) meist in den Wintermonaten, also auf der Nordhalbkugel in den Monaten Oktober bis März auftaucht und Sie ja mittlerweile wissen: Viel Licht ist das beste Mittel zur Bekämpfung, können Sie schon etwas genauer planen, wie Sie dagegen angehen.

Weil Licht die Melatonin Produktion hemmt, sollten Sie (nicht erst wenn Sie betroffen sind) so viel wie möglich bei Tageslicht erledigen/unternehmen und da Bewegung an der frischen Luft auf jeden Fall hilft, ist es einfach.

Sie brauchen bloß Ihre Fitnessaktivitäten, tagsüber im freien weiterzuführen. Bereits ein Spaziergang zur Mittagspause hat diesen positiven Effekt auf Ihr Gemüt und tief durchatmend die Sonnenstrahlen zu genießen hilft Ihnen die Serotonin Produktion anzukurbeln und fit und gesund durch den Herbst zu kommen.


Haben Sie die Möglichkeit dazu, dann legen Sie doch Ihren Urlaub in die düstere Jahreszeit um in sonnigere Gegenden zu fahren. Wenn Sie dort einen aktiven Urlaub planen haben Sie außerdem gesundheitliche Vorteile.

Und zwar zusätzlich zu dem Spaß den Sie bei Aktivitäten wie Radtouren, Wandern, Surfen oder Tauchen haben werden.

Auf jeden Fall sollten Sie nicht nur nach Hautkrebs lechzend in der Sonne liegen und ich kann mir auch gar nicht vorstellen, was daran Spaß machen soll, wenn ich an die Menschenmassen, das Geschrei und die Gerüche denke.

Süßigkeiten als Mittel zum „Glücklich sein“?

Der Appetit auf Süßes, der in dieser Jahreszeit wieder steigt, hat auch einen Grund. Denn das Glückshormon Serotonin, dass uns munter macht, ist ein Neurotransmitter und seine Ausschüttung steht im Gehirn indirekt mit der Nahrung in Verbindung.

Kohlenhydratreiche Kost (also Zucker in seinen verschiedensten Formen, führt über die Ausschüttung von Insulin und dem damit steigenden Blutzuckerspiegel, zu einer Steigerung der „Tryptophanaufnahme“ (Tryptophan: Gehört zu den essentiellen Aminosäuren, kann vom menschlichen Körper nicht gebildet und nur über die Nahrung zugeführt werden) ins Gehirn, was Serotoninsynthese steigen lässt.

Einfach gesagt wird Serotonin zwar nicht aus Zucker gebildet (zum Glück) aber durch einen hohen Blutzuckerspiegel leichter transportiert. Süßigkeiten sind also schon ein Mittel zum „Glücklich sein“, doch die Kehrseite sind dann die Kilos, die wir zulegen obwohl einer hohen Serotoninkonzentration auch Appetitlosigkeit als Nebenwirkung nachgesagt wird.

Viel Licht, Bewegung und „etwas“ Süßes wäre also der bessere Weg gegen den „Herbstblues“ Lassen Sie sich also auf einen tollen Herbst ein und verkriechen Sie sich nicht in der Sofaecke (wenigstens nicht so oft)

Denken Sie daran was Robert Stolz gesagt hat: „Wer sich über irgendetwas eine Minute lang ärgert, sollte bedenken, dass er dadurch 60 Sekunden Fröhlichkeit verliert.“

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Steffen Beyer auf Google +