Wie Ihr Körper mit dem umgeht, was Sie essen

im letzten Artikel: Kohlenhydrate 3 ging es darum, dass Sie ausprobieren sollten, welche Nahrungsmittel (mit oder ohne Kohlenhydrate), Ihnen beim Abnehmen helfen können und welche nicht. Die Wirkung der Lebensmittel auf Ihren Stoffwechsel ist eben bei jedem Menschen anders, auch wenn grundsätzlich die Art, wie die Nährstoffe schließlich verwendet werden ziemlich gleich ist.


Es gibt schon Unterschiede, die wahrscheinlich genetische Ursachen haben und es ist eine Tatsache, dass es Menschen gibt, die gut verdauen und solche, die zwar viel essen können aber das meiste ungenutzt wieder ausscheiden.

Die erste Gruppe, (die guten Futterverwerter) wird schneller dick, braucht also eigentlich weniger Nahrung und die zweite Gruppe, naja, die können halt essen was sie wollen und nehmen nicht zu. Ob dieser Fakt jetzt gut für die Gesundheit ist oder nicht, steht wohl auf einem anderen Blatt Papier.

Nährstoffe als Energie nutzbar machen

Wie geht Ihr Körper also mit dem um, was Sie ihm an „Nährstoffen“ zur Verfügung stellen und warum funktioniert es nicht, wenn Sie einen Tag nichts essen oder (nur) ein, zwei Tage intensiver trainieren?

Alles was Sie Ihrem Körper (in Form von Nahrung), an Energie zur Verfügung stellen, wird durch chemische Prozesse umgesetzt und aufgespalten (mit Ausnahme der Zellulose), also auf Molekül-Ebene zerlegt um es überhaupt als Energie nutzbar machen zu können. Auf diese Prozesse der Umsetzung und Aufspaltung soll hier jetzt nicht näher eingegangen werden.

Es soll damit eigentlich nur gesagt sein, dass Ihr Körper einiges weniger Nahrung benötigt, wenn die Verdauung richtig funktioniert. Denn dadurch ist er in der Lage, alles was Sie ihm an Nährstoffen zuführen besser zu verarbeiten, die ganzen wichtigen Nährstoffe aus der Nahrung herauszuholen (wenn welche drin sind) und zu nutzen.

Mal weniger, mal mehr Energie aus den Nährstoffen

Die Grundfunktionen des Lebens müssen ständig, rund um die Uhr, in Gang gehalten werden und es dürfte auch klar sein, dass Sie dafür ständig Energie benötigen. Je nach Belastung brauchen Sie jedoch mal weniger und mal mehr Energie. Wenn sich jedoch ein Mensch, der eine sitzende Tätigkeit ausübt und keinen Sport treibt, genauso ernährt wie ein körperlich schwer arbeitender Mensch, dann ist es eigentlich eine logische Schlussfolgerung, dass dieser Mensch zunimmt.

Die Energie, die ständig benötigt wird, ist zum Beispiel für die sichere Funktion der Organe, das Herz oder die Lungen notwendig. Magen und Darm arbeiten ebenso ununterbrochen 24 Stunden rund um die Uhr, selbst bei völliger Ruhe und im Tiefschlaf. Die Zellen müssen also (auch wenn der Magen mal leer ist), Energie liefern, damit der Glukosespiegel (Energie) im Blut ständig konstant bleibt.

Ihr Körper schafft das jedoch locker, weil Sie über ein Leistungsfähiges Speichersystem verfügen, dass eigentlich nur richtig genutzt werden muss. Gerade daran, das Sie zunehmen merken Sie, dass dieses System so wunderbar funktioniert. Ja, genau, Die gute (eigentlich gesunde) Funktion Ihres Körpers, ist der Grund dafür, dass Sie hier lesen und nach Lösungen suchen die Funktionen in den Griff zu bekommen.

Nur die benötigte Energie zuführen

Überall wird nur die Energie zugeführt, die benötigt wird. Maschinen, Autos, jeder verwendet für seine technischen Geräte nur die notwendige Energie und versucht dort auch noch zu sparen. Nur beim eigenen Körper gelingt das den meisten nicht. In Ihrem Auto haben Sie nur eine Batterie eingebaut, weil das ausreichend ist. Ihr Auto kann auch selbst keine weiteren Batterien herstellen.

Das ist der Unterschied. Ihre „Maschine Mensch“ ist sehr wohl in der Lage weitere Batterien zu produzieren, jede Menge! Geben Sie ihm zu viel Energie, dann wird er dies auch tun und Ihre Reserven werden ständig aufgestockt, weil sie nicht verbraucht werden.

Ihr Körper kann immer neue Batterien selber bauen und er tut das auch! Reicht dann der Platz innen nicht mehr aus, hängt er Ihnen Ihre Reserve-Batterien einfach außen an und da es Ihren Körper überhaupt nicht interessiert wo er das tut, sind das meist die unmöglichsten Stellen.

Wie funktioniert das?

Das alles funktioniert relativ einfach und meist sind es die Leute, die daran verdienen wollen, die es so kompliziert darstellen um ihre Preise zu rechtfertigen (auch das ist wieder ähnlich wie bei den Autos). Kurzzeitige Reserven speichert die Leber. Sie kann nur begrenzte Mengen an Glykogen (Energie) speichern die Ihnen bei Bedarf sofort, eben kurzfristig zur Verfügung steht.

Um beim Beispiel Auto zu bleiben funktioniert das ähnlich wie das Anlassen eines Automotors. Auch dort wird kurzfristig mehr Energie benötigt. Was der Leber zu viel ist schickt Sie als Reserve weiter, wenn es vom Körper nicht abgerufen wird.
Die Muskeln, die hauptsächlich nach dem „Just in Time“ Prinzip arbeiten, wollen Ihre Energie auch erst in dem Moment, wenn sie gebraucht wird und haben eine sehr geringe Speicherkapazität.

Nehmen Sie jetzt zu-viel Nahrung auf (auch wenn es die richtige ist), wird die überschüssige Glukose, die Ihre Verdauung produziert, zur Leber transportiert und dort gespeichert. Sind die Depots in der Leber schließlich voll, weil weniger verbraucht als zugeführt wird, dann wird alles was zu-viel ist, in Körperfett umgewandelt und gespeichert.

Es passiert genau das, was Sie eigentlich nicht wollen, Sie werden zunehmen. Betrachten Sie Ihre Ernährung als Notwendigkeit, so wie das betanken Ihres Autos. Wenn Sie unbedingt öfter Tanken wollen, dann müssen Sie einfach mehr fahren (sich bewegen).

Mehr Bewegung höherer Verbrauch

Es ergibt sich also die einfache Schlussfolgerung das Sie, wenn Sie weniger Energie zuführen und mehr verbrauchen, abnehmen können, bzw. zwangsläufig abnehmen werden. Verbrauchen Sie (Beispielsweise) durch viel mehr Bewegung, viel mehr Energie, werden sich die Depots in der Leber zuerst entleeren und die zusätzliche Energie wird aus den Fettzellen geholt (ebenfalls zwangsläufig), je öfter, desto mehr.

Eigentlich ganz einfach. Es funktioniert und Sie müssen nicht einmal weniger essen, wenn Sie sich mehr bewegen. Was Sie essen und wie Sie essen sind auch wichtige Punkte, über die Sie sich in weiteren Beiträgen hier auf der Site informieren können.

Voraussetzungen ohne Notlösungen schaffen

Natürlich gibt es auch radikalere Methoden (Notlösungen), die Fettspeicher zu entfernen, das heißt dann zum Beispiel „Fettabsaugung“. Oder die Energiezufuhr wird durch Magen Operationen, Bänder oder Verkleinerungen radikal sperrt. Da es ab einem bestimmten Punkt ziemlich unmöglich sich selbst, ohne Hilfe aus diesem Dilemma zu befreien, können solche Ansätze bei extrem Übergewichtigen Menschen durchaus helfen.

Es werden zumindest wieder Voraussetzungen geschaffen um überhaupt eine Chance zu haben sich selbst weiterzuhelfen. Besser wird es jedoch immer sein, den Anfängen zu wehren und sich selbst zu helfen bevor der „Point of no Return“ erreicht wird.

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